Das Konzept

Das Konzept

Unser Alleinstellungsmerkmal ist die Arbeit mit und die Erfahrbarmachung von sozialpsychologischen Experimenten und Effekten, um auf eindringliche Weise verständlich zu machen, wie dissoziale Phänomene wie Rassismus, Ausgrenzung und Mobbing überhaupt entstehen.

Wie kommt es dazu, dass „gewöhnliche Menschen“ Böses tun? Warum schauen Menschen weg, obwohl sie sehen, dass jemand Hilfe benötigt?

Sozialpsychologische Experimente wie beispielsweise das Milgram Experiment (1961) oder das Stanford Prison Experiment von Philip Zimbardo (1971) fußen auf Fragen wie diesen, vor allem vor dem Hintergrund der Geschehnisse in der Zeit des Nationalsozialismus. Auch in der heutigen Zeit haben, die aus den Experimenten sichtbar gewordenen, sozialpsychologischen Effekte nicht an Aktualität verloren und bilden eine bedeutsame Grundlage im Hinblick auf unsere pädagogische und politische Bildungsarbeit.

Daher haben wir Methodiken entwickelt, die es ermöglichen, den Teilnehmenden diese Experimente und Effekte ethisch und moralisch vertretbar nahezubringen und so gesellschaftlich relevante Themen wie Autoritätshörigkeit, Gruppenkonformität oder Verantwortungsdiffusion erlebbar und greifbar zu machen. Warum dies so wichtig ist?

Die Sensibilisierung für diese Mechanismen ist eines der zentralen Ziele unserer Arbeit.

Nur wenn wir sensibel für die Mechanismen sind, welche uns manipulieren, können wir uns dagegen wehren und unsere eigenen Entscheidungen treffen – auch unter dem Druck, der von einer Gruppe oder einer Autorität ausgeht.

Sven Fritze, Gründer und Vorstandsvorsitzender des Helden e.V.

Das Stanford Prison Experiment

In dem berühmten Stanford Prison Experiment von Philip Zimbardo im Jahre 1971 ging es um die Erforschung von menschlichem Verhalten unter den Bedingungen der Gefangenschaft.

Dabei wurde sichtbar, wie normale Menschen durch Rollenzuweisungen zu unmenschlichen Taten fähig waren und das Experiment musste bereits nach wenigen Tagen abgebrochen werden.

2002 versuchte BBC dieses Experiment zu replizieren. Der Versuch scheiterte jedoch, da es zwischen Häftlingen und Wärtern zu keinerlei Übergriffen kam. Warum die Replizierung scheiterte? Den Versuchspersonen der Replikation waren die Ergebnisse der ursprünglichen Durchführung von Philip Zimbardo bereits bekannt und sie waren für die dort stattgefundenen Handlungen und Mechanismen sensibilisiert.

Professor Philip Zimbardo als Schirmherr unseres Vereins

Professor Philip Zimbardo, der damalige Versuchsleiter des Stanford-Prison-Experiments ist der Schirmherr des Helden e.V. und war bei unserer Arbeit eine große Unterstützung. Er selbst hat im Jahre 2011 das Heroic Imagination Project (HIP) mit dem Ziel gegründet, Schüler:innen und Studierende weltweit zu Helden und Heldinnen auszubilden, die sich für andere stark machen und die als Botschafter:innen für ein couragiertes Verhalten stehen. Nachdem wir Zimbardo sowohl in Europa als auch in den USA mehrfach getroffen haben, um von ihm zu lernen, sind wir stolz, seit dem Jahr 2017 lizensierter Partner des HIP zu sein und seine Ideen in Deutschland weitertragen zu dürfen.

Photos: Philip Zimbardo