Der Helden e.V. beim Bürgerfest des Bundespräsidenten
1. Oktober 2026

Der Helden e.V. beim Bürgerfest des Bundespräsidenten
Zwei Tage in Bonn
Am 4. und 5. September standen wir mit einem eigenen Stand beim Bürgerfest des Bundespräsidenten im Park der Villa Hammerschmidt in Bonn. Und wir zehren immer noch davon.
Das Bürgerfest ist jedes Jahr ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, die nicht warten, bis jemand anderes anfängt. Menschen, die anpacken, die sich einsetzen, die etwas verändern wollen. Rund 2.500 von ihnen hatten Frank-Walter Steinmeier und Elke Büdenbender eingeladen, unter dem Motto „Stärken, was verbindet“.
Genau dafür stehen wir bei Helden e.V. jeden Tag. Und trotzdem ist es noch einmal etwas anderes, das an zwei Tagen so gebündelt zu erleben: überall Stände, überall Menschen, die von ihrer Arbeit erzählen, und überall dieses Gefühl, dass wir mit dem, was wir tun, nicht alleine sind.
Wie wir dorthin gekommen sind
Dass wir überhaupt dabei sein durften, haben wir der HanseMerkur zu verdanken. 2024 wurde unsere Heldenakademie mit dem HanseMerkur Preis für Kinderschutz ausgezeichnet – für unsere Arbeit gegen Mobbing an Schulen.
Und was wir damals noch nicht ahnten: Mit dem Preis kommt mehr als eine Urkunde. Man wird Teil eines Netzwerks von Initiativen, die über Jahre hinweg ausgezeichnet wurden und die alle auf ihre Weise daran arbeiten, dass Kinder und Jugendliche gut aufwachsen können. Dieses Netzwerk trägt. Es öffnet Türen, es bringt uns mit Menschen zusammen, die ähnliche Fragen umtreiben, und manchmal steht man dann eben gemeinsam auf dem Rasen vor der Villa Hammerschmidt.
Vor diesem Hintergrund ist so ein Preis für uns nie ein Schlusspunkt gewesen, sondern ein Anfang.

Gute Nachbarn am Stand
Wir standen am Stand von HanseMerkur Kinderschutz, den sich drei Initiativen geteilt haben: die Herzretter-Initiative, das Team Bananenflanke und wir.
Die einen bringen Kindern bei, wie sie ein Leben retten können, die anderen machen Fußball für Kinder mit Behinderung möglich, und wir kommen mit unseren Escape Rooms. Was uns verbindet, ist die Haltung dahinter: dass wir Kindern etwas zutrauen müssen, damit sie sich selbst etwas zutrauen können.
In den ruhigen Minuten sind wir ins Gespräch gekommen, haben einander zugeschaut und einiges mitgenommen. Danke, dass ihr mit dabei wart.
Mobile Escape Rooms Emma und Tom auf dem Bürgerfest
Mitgebracht hatten wir unsere mobilen pädagogischen Escape Rooms – den Fall Emma und den Fall Tom.
Wer in diese Räume geht, bekommt keinen Vortrag über Cybergrooming oder Cybermobbing. Emma ist verschwunden, und der einzige Anhaltspunkt ist eine Nachricht von jemandem, den sie nie hätte treffen sollen. Bei Tom liegt ein Handy auf dem Tisch, und in den Chatverläufen lässt sich Schritt für Schritt nachlesen, wie aus einzelnen Sprüchen etwas wird, das ein Kind nicht mehr allein tragen kann. Wer mitspielt, sucht und kombiniert und merkt erst hinterher, wie nah die Geschichte gekommen ist.
Prävention funktioniert bei uns über das Miterleben, nicht über den erhobenen Zeigefinger. Auf dem Bürgerfest haben wir gesehen, dass das nicht nur für Schulklassen gilt. An unserem Stand standen Jugendliche, Eltern, Großeltern und Ehrenamtliche aus ganz anderen Bereichen, und alle sind in die Geschichte hineingerutscht.
Drei Mädchen, zwei Räume
Drei Mädchen, alle um die 13 Jahre alt, kamen an unseren Stand und wollten den Fall Emma spielen. Sie sind so tief in die Geschichte eingetaucht, dass sie danach direkt gefragt haben, ob sie auch noch den anderen Escape Room spielen dürfen.
Auf einem Fest, auf dem es an jeder Ecke etwas anderes zu sehen gab, haben sich drei 13-Jährige freiwillig ein zweites Mal hingesetzt und weiterermittelt. Das hat uns mehr gefreut als jede gute Rückmeldung nach einem Workshop.
Für mich steckt darin das, woran wir glauben: Kinder und Jugendliche sind bereit, sich mit schweren Themen zu beschäftigen. Wir müssen ihnen nur einen Zugang bauen, der sie ernst nimmt. Wenn wir auf der Beziehungsebene andocken, wenn sie merken, dass es hier wirklich um sie geht und nicht um eine Lektion, dann gehen sie mit. Und manchmal gehen sie weiter, als wir es geplant hatten.

Besonderer GrußEine Postkarte, die jetzt bei uns hängt
Der Bundespräsident hat unsere Postkarte mit dem Satz „Everything you do makes a difference“ persönlich unterschrieben. Darüber haben wir uns sehr gefreut.
Der Satz ist unser Motto, und er trägt bei uns besonders. Es geht nicht um die großen Gesten. Es geht um die Lehrkraft, die bei einem dummen Spruch nicht weghört. Um das Kind, das sich neben das Kind setzt, das gerade allein sitzt. Um die Kollegin, die nach einem Workshop noch zehn Minuten länger bleibt, weil jemand reden will. Kleine Dinge, große Wirkung.
Danke an alle, die dabei waren. Danke an das Team, das die Räume zwei Tage lang auf- und wieder abgebaut, erklärt und begleitet hat. Und danke an alle, die jeden Tag einen Unterschied machen.









